Wenn aus Physik intelligente Ofenmodelle werden

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Mitarbeiter im Interview - Richard Speletz

Wenn aus Physik intelligente Ofenmodelle werden: Richard Speletz im Interview

Richard Speletz
Senior Manager Model Development

Ich habe meine Laufbahn bei EBNER in der Abteilung Innovation Mechatronik als Modellentwickler begonnen. Zu meinen ersten Aufgaben zählte die Verifikation einer Fingerdüse für Aluminiumöfen, bei der Simulationen mit realen Messdaten abgeglichen wurden.

Anschließend war ich Teil eines Entwicklungsprojekts, bei dem ich auch die Projektleitung übernahm: Gemeinsam mit einem Forschungsinstitut entwickelten wir eine modellprädiktive Regelung für den Schwebebandofen – eine moderne Regelungsstrategie, die optimale Einstellungen vorausschauend berechnen kann.

Mit der Gründung der Digitalisierungsabteilung wechselte ich in den Bereich Modellentwicklung und unterstützte aktiv den Aufbau dieser neuen Abteilung. In dieser Zeit arbeitete ich intensiv an einem neuen mathematischen Modell für den Haubenofen.

Heute leite ich als Teamleiter die Abteilung Modellentwicklung und arbeite mit meinem Team daran, physikalische Zusammenhänge in intelligente Modelle zu übersetzen, die unsere Anlagen effizienter und smarter machen.

Richard Speletz

7 Fragen an Richard Speletz

Beschreiben Sie Ihren Job in einem Satz.

Ich übersetze komplexe physikalische Prozesse in Modelle, die unsere Industrieöfen effizienter, smarter und vorausschauend machen.

Worauf freuen Sie sich, wenn Sie morgens zur Arbeit gehen?

Am meisten freue ich mich darauf, meine Kollegen zu sehen, mit ihnen fachliche Diskussionen zu führen, neue Ideen zu entwickeln und Probleme gemeinsam zu lösen. Wenn dann noch die eigene Arbeit durch praktische Tests bestätigt wird, kann man mit einem richtig guten Gefühl nach Hause gehen.

Was war Ihr interessantestes Arbeitserlebnis bei EBNER?

Mein interessantestes Arbeitserlebnis bei EBNER war eine 3-wöchige Inbetriebnahme eines Schwebebandofens in Fuqing, China.

Man reist einmal um die halbe Welt und steht plötzlich vor einem knapp 100 Meter langen Industrieofen, der in fünf Metern Höhe aufgebaut ist, den man bis dahin nur von Bildern, Plänen und Berechnungen kannte. Vor Ort durfte ich Messungen begleiten, deren Daten ich später direkt in meinen Modellen weiterverwenden konnte. Dabei merkt man schnell, dass es in der Praxis Herausforderungen gibt, an die man im Büro gar nicht denkt.

Neben der technischen Erfahrung war auch das Umfeld prägend: In einer „Kleinstadt“ mit 1,5 Millionen Einwohnern war man als Europäer selbst eine kleine Attraktion. Essensbestellungen funktionierten praktisch nur mit Bildern, die Kommunikation mit Einheimischen lief über unseren chinesischen Kollegen oder Übersetzungs-Apps, Taxifahrten waren aufgrund des chaotischen Verkehrs jedes Mal ein kleines Abenteuer.

Diese Reise hat mich fachlich, aber auch persönlich, enorm weitergebracht.

Jeder braucht Inspiration und Motivation im Arbeitsalltag. Was treibt Sie an?

Mich fasziniert es, physikalische Prozesse, die durch komplexe Gleichungen beschrieben werden, in Code umzuwandeln und dadurch die Möglichkeit zu haben, sie mithilfe von Simulationen besser zu verstehen. Ebenso die Ergebnisse zu präsentieren und das gewonnene Wissen so aufzubereiten, dass es für andere anwendbar wird. Wenn unsere Modelle schließlich direkt auf Anlagen laufen und man eine echte Verbesserung sieht, ist das für mich der größte Antrieb.

Richard Speletz

Wie schaut Ihr typischer Arbeitstag bei EBNER aus?

Mein Arbeitsalltag ist eine Mischung aus Programmieren, fachlichem Austausch und praktischen Tests.

Als Modellentwickler übersetze ich die physikalischen Zusammenhänge unserer Öfen in Formeln und Code. Dabei unterstützt mich mittlerweile auch KI, was die Programmierung deutlich effizienter macht.

In meiner Rolle als Teamleiter bespreche ich täglich mit meinem Team unsere Fortschritte, Ergebnisse und offene Fragestellungen. Neben fachlichen Themen unterstütze ich auch organisatorisch, damit jeder gut arbeiten kann.

Mittags geht es meist gemeinsam mit Kollegen aus früheren Abteilungen in die Kantine – der Austausch über Projekte, Sport oder Privates gehört genauso dazu wie die Arbeit selbst.

Am Nachmittag werden Berechnungen oft im Technikum überprüft. Die dort gewonnenen Messdaten werden visualisiert und direkt genutzt, um unsere Modelle weiter zu verbessern.

Zwischendurch unterstütze ich Kollegen aus anderen Bereichen bei Datenauswertungen oder Auslegungen.
Und für den Kaffee zwischendurch trifft man sich in den Together-Zonen, wo fachliche Diskussionen genauso Platz haben wie persönliche Gespräche.

Welche Benefits schätzen Sie bei EBNER am meisten?

Am meisten schätze ich bei EBNER den Zusammenhalt unter den Kollegen, nicht nur bei der Arbeit, sondern auch privat, zum Beispiel bei gemeinsamen Skiurlauben oder Besuchen von NFL-Spielen.

Außerdem sind die zwei Tage Homeoffice pro Woche sehr positiv, weil man sich die Anreise spart und dadurch mehr Freizeit gewinnt.
Die Kantine im Haus, in der noch frisch gekocht wird, ist ein weiterer Pluspunkt.

Firmenevents wie das Beachvolleyballturnier machen nicht nur viel Spaß, sondern sind auch eine tolle Gelegenheit Kollegen von einer anderen Seite kennen zu lernen.

Welchen Rat/Tipp würden Sie jemandem geben, der sich bei EBNER bewerben möchte?

Offen und neugierig sein. Jede Gelegenheit nutzen, um Neues zu lernen, egal ob bei Projekten, Inbetriebnahmen oder im Austausch mit Kollegen. Wer sich einbringt und die Unternehmenskultur aktiv erlebt wird bald merken wie viel Spaß und Zusammenhalt in dieser Firma steckt.

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